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    Testversuch

    Überschrift 1


    Schwedisch-PommernUm 1740 erwarb der Greifswalder Salzhändler Trendlenburg das Terrain mit den Salzquellen. Er nutzte die Sole um das grobe, graue und unansehnliche Baisalz in einem erneuten Siedeprozess zu reinigen (raffinieren). Seine Neffen David und Stenz Evert errichteten ab 1745 nach dem Vorbild der mecklenburgischen Saline Sülze, von der sie auch Fachkräfte holten, eine Saline mit Gradierwerken. Geringer Absatz und Streitigkeiten zwischen den Brüdern führten dazu, dass David Evert seinen Mehrheitsanteil an der inzwischen vernachlässigten Saline an den Greifswalder Kaufmann Moritz Christian Dommes verkaufte. Dieser musste sich mit der Bürokratie des Greifswalder Magistrats und der Regierung Schwedisch-Pommerns in Stralsund auseinandersetzen, was ihn viel Zeit kostete. In den 1770er Jahren ließ er ein neues Gradierwerk errichten, dessen Vorbild die durch Jakob Sigismund Waitz von Eschen in Sülze errichteten moderneren Gradierwerke waren. Unterstützt wurde er dabei durch den Greifswalder Mathematiker und Architekten Andreas Mayer. Die Salzproduktion konnte deutlich gesteigert werden, die Gewinne blieben jedoch wegen der hohen Investitions- und Produktionskosten gering.

    Die Oberkammerrätin Caroline Waitz Freifrau von Eschen, Tochter von Jakob Sigismund Waitz von Eschen erwarb 1781 die Saline und investierte in den folgenden Jahren in die Modernisierung der Anlage. Aber auch ihr und ihren Nachfolgern gelang es nicht, größere Gewinne zu erwirtschaften. Der benötigte Torf musste per Lastkahn von einem eigenen Torfstich an der Peene südlich von Pinnow über Peenestromund Ziese transportiert werden. Später konnten auch Torfvorkommen bei Ladebow und Neuenkirchen genutzt werden. Schwierigkeiten bereitete die Beschaffung des für die Siedehäuser benötigten Tons und des in den Gradierwerken gebrauchten Schlehdorns (Schwarzdorn).


    Überschrift 2


    Fritz Giesecke studierte Chemie und Agrikulturchemie an der Technischen Hochschule Hannover und an der Universität Berlin und promovierte 1923 an der Universität Göttingen mit einer Dissertation über die Wirkung des Stickstoffs von Harnstoffverbindungen auf die Ertragsleistung landwirtschaftlicher Kulturpflanzen. Nach der Promotion blieb er in Göttingen. Als wissenschaftlicher Assistent arbeitete er bei dem Bodenkundler Edwin Blanck und erwarb 1927 die Venia legendi für das Fachgebiet Agrikulturchemie.

    Als Mitglied einer Expertenkommission reiste Giesecke im April 1928 in die Türkei. Dort übernahm er die Leitung des neu gegründeten Instituts für Agrikulturchemie und Bodenbakteriologie an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Ankara. Im Juni 1929 kehrte er an die Universität Göttingen zurück und lehrte hier als Privatdozent am Agrikulturchemischen und Bodenkundlichen Institut.

    Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten wurde er 1933 Mitglied der NSDAP.[1] Daraufhin wurde er 1934 ao. Professor in Göttingen, folgte aber noch im selben Jahr einem Ruf an die Landwirtschaftliche Hochschule Berlin und übernahm dort den Lehrstuhl für Pflanzenernährungslehre und Bodenbiologie, den er bis 1943 hielt.[1] Anschließend wurde er beurlaubt, um einen Posten als Präsident des Deutschen Wissenschaftlichen Instituts in Stockholmanzutreten.[1] In der Zeit des Nationalsozialismus hatte Giesecke verschiedene Parteiämter inne. Er gehörte dem Stab des SA-Hochschulamts Göttingen an, war anschließend Schulungsleiter beim SS-Rasse- und Siedlungshauptamt und Obmann der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaftliche Chemie.[1]

    Seit 1948 arbeitete Giesecke vorübergehend an der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt Kiel. 1951 wurde er zum Direktor der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt Ebstorf bei Uelzen berufen, die 1954 wieder an ihren alten Standort nach Braunschweig übersiedelte. Aus gesundheitlichen Gründen musste Giesecke im April 1958 sein Amt niederlegen.


    Überschrift 3


    In Berlin beschäftigte sich Giesecke überwiegend mit Fragen der Stickstoffdüngung. Die meisten seiner experimentellen Arbeiten veröffentlichte er in der Zeitschrift „Bodenkunde und Pflanzenernährung“, die er von 1936 bis 1945 als Herausgeber bzw. Mitherausgeber redaktionell betreut hat.

    Von 1936 bis 1945 war Giesecke Vorsitzender des „Verbandes Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungsanstalten“ und Obmann der Reichsarbeitsgemeinschaft „Landwirtschaftliche Chemie“. Von 1941 bis 1945 war er Vorsitzender der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft und bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges auch in führenden Positionen der Internationalen Bodenkundlichen Gesellschaft tätig. Von 1943 bis 1945 leitete er als Präsident gleichzeitig das Deutsche Wissenschaftliche Institut in Stockholm.

    Giesecke ist Autor mehrerer umfangreicher Beiträge in dem von Edwin Blanck in den Jahren zwischen 1929 und 1931 herausgegebenen „Handbuch der Bodenlehre“. Beachtenswert ist seine im ersten Band (1929) erschienene Abhandlung über die historische Entwicklung der Bodenkunde. Giesecke hat in den folgenden zwei Jahrzehnten weitere grundlegende Arbeiten zur Geschichte der Bodenkunde und Agrikulturchemie und über herausragende Fachvertreter publiziert. Während des Zweiten Weltkrieges sammelte er Dokumente über das Lebenswerk von Carl Sprengel. Eine von ihm geplante Sprengel-Biographie blieb jedoch unvollendet. Der erste Teil des 1945 abgeschlossenen Manuskriptes befindet sich im Archiv der Universität Hohenheim. In der 1952 erschienenen Festschrift der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt Ebstorf hat Giesecke jedoch die in Vergessenheit geratenen Leistungen und Prioritäten Carl Sprengels überzeugend dargestellt.

    Bedeutende Verdienste erwarb sich Giesecke mit seiner Monographie über die Methodik des Gefäßversuches in der landwirtschaftlichen Forschung. Dieses Buch erschien 1954 als Band 9 des vielbändigen „Handbuches der landwirtschaftlichen Versuchs- und Untersuchungsmethodik“ und galt für mehrere Jahrzehnte als dasmaßgebende Standardwerk.

    Überschrift 4


    Mono- und Dimethylolharnstoff in ihrer Stickstoffwirkung auf die Pflanzenproduktion und der Umsatz ihres Stickstoffs im Boden. Diss. math.-nat Fak. Univ. Göttingen 1923.
    Geschichtlicher Überblick über die Entwicklung der Bodenkunde bis zur Wende des 20. Jahrhunderts. In: Handbuch der Bodenkunde. Herausgegeben von Edwin Blanck. Verlag Julius Springer Berlin Bd. 1, 1929, S. 28–86.
    Arbeitserfolge und Aufgaben der Reichsarbeitsgemeinschaft "Landw.-Chemie". In: Der Forschungsdienst, Sonderheft 16, 1942, S. 71–74.
    Grundlagen der Chemie. Verlagsanstalt Trowitzsch & Sohn, Frankfurt/Oder 1943. Wehrmachtsausgabe = Soldatenbriefe zur Berufsförderung Bd. 67; 2. Aufl. Herausgegeben von: World´s Alliance of the Young Men´s Christian Associations War Prisoners´ Aid, London (1945); 3. Aufl. Verlag Trowitzsch Holzminden 1949.
    Bodenfruchtbarkeit als Fundament der Qualitätserzeugung. Festschrift zum 90jährigen Bestehen der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt Ebstorf (früher Braunschweig). Herausgegeben von Fritz Giesecke. Uelzen/Hann. 1952. Die Schrift enthälte mehrere Beiträge von F. Giesecke über Leben und Wirken von Carl Sprengel.
    Der Vegetationsversuch. 2. Der Gefäßversuch und seine Technik (Sand- und Bodenkultur). Handbuch der landwirtschaftlichen Versuchs- und Untersuchungsmethodik, Verlag Neumann Radebeul und Berlin, Bd. 9, 1954.
    Geschichtliches über den Gefäßversuch als Exaktmethode der Landbauforschung. In: Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie Jg. 5, 1957, S. 193–197.

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